Viele Menschen kommen irgendwann im Leben in einer Situation, in der sie sich unwohl und ggf. überwältigt fühlen. Möglicherweise erleben sie Hoffnungslosigkeit, sind unsicher, wie es bei ihnen weitergehen soll, befinden sich häufiger in Streitigkeiten, oder fühlen sich auf anderer Art daran gehindert, das, was sie als ein zufriedenstellendes und wertvolles Leben sich vorstellen, erleben zu dürfen. Möglicherweise beginnt ein solcher Prozess, sich langsam einzuschleichen, ohne identifizierbarer Auslöser, und muss erst genau angeschaut werden, um das Problem an sich identifizieren zu können. Andere Male folgt es als Reaktion auf eine Lebensveränderung oder sonstige klar erkennbare Situtation. In beiden Fällen kann es hilfreich sein, sich Unterstützung zu suchen in Form einer neutralen Außenperspektive mit psychologischen Expertise, um Ihnen noch nicht identifizierbare Zusammenhänge aufzuzeigen und mit Ihnen konkrete Haltungs- und Handlungsmöglichkeiten durchzuarbeiten, die Ihnen in dieser Situation unterstützen können. Und manchmal hilft es allein schon sehr viel, endlich verstanden zu werden, in der Situation, in der Sie sich befinden.
Für wen sind psychologische Gespräche sinnvoll?
Psychologische Gespräche und Beratungsangebote bieten sich für Menschen an, die ein individuelles Thema haben, die sie bearbeiten möchten, auch wenn noch unklar ist, worauf dies genau beruht. Das heißt, oft merken Individuen, dass sie aktuell unzufrieden sind und erkennen wiederkehrenden Probleme, ohne sich jedoch sicher zu sein, woher diese stammen. Andere Menschen können schon sehr klar ein Auslöser oder ein Problemfeld angeben, woran sie arbeiten möchten. In beiden Fällen ist es sinnvoll, eine psychologische Blickwinkel auf Ihre Situation sich geben zu lassen, denn manche Zusammenhänge kommen Ihnen möglicherweise am Anfang unschlüssig vor, lassen sich jedoch im Laufe der Gespräche klarer spezifizieren und einordnen.
Was ist der Unterschied zur Psychotherapie?
Bei einer Psychotherapie stehen psychologische Diagnosen und die gezielte Behandlung dieser im Vordergrund. Bei einem psychologischen Gespräch- oder Beratungsangebot sind psychologischen und somatischen (körperlichen) Diagnosen möglicherweise Teil Ihrer Person, die mal stärker, mal schwächer dazu beitragen, dass verschiedene Bereiche des Lebens für Sie aktuell schwierig sind, zu meistern, oder Sie unglücklich oder unzufrieden machen. Die Unterstützung, die Sie durch eine psychologische Begleitung bekommen, richtet sich nach den für Sie aktuell auftauchenden und Sie unterstützung benötigen. Jedoch richtet sich unser Fokus nicht vordergründig auf die spezifische Behandlung dieser.
Welche Themen können bearbeitet werden?
Grundsätzlich, alle! Viele Themen beschäftigen sich mit Elemente des Lebens, die einem unglücklich oder unzufrieden machen, z.B. häufige Konflikte in Beziehungen (Eltern-Kind Beziehungen, Partnerschaften, Geschwisterbeziehungen, Freundschaften oder auch berufliche Beziehungen), Selbstwertthematiken, Lebenswegänderungen (Entscheidungsfindungen; sich nicht trauen, einen wichtigen Schritt zu gehen), Unsicherheiten und Ängstlichkeiten, Motivationsproblematiken, sich selbst treu bleiben wenn viele Faktoren gleichzeitig zu berücksichtigen sind, mit Druck von Außen oder von Innen umzugehen. Weitere Themen können sein: Schwierigkeiten, mit starken Emotionen umzugehen, Schulproblematiken, das Vorankommen/Prioritäten setzen unter Stress, oder der Umgang mit Trauer. Trauer bezieht sich dabei nicht nur auf den Verlust nahestehender Personen, sondern auch auf den Verlust früherer Lebensumstände oder Fähigkeiten, bspw. als Folge eines Umzugs, Unfalls oder einer Erkrankung.
Wann oder wofür sind psychologische Gespräche/Beratungen nicht ausreichend geeignet?
Insbesondere dann, wenn eine psychologische Diagnose im Raum steht (z.B. Depressive Störung, Angststörung, Posttraumatische Belastungsstörung, Persönlichkeitsstörung), liegt die spezifischen Behandlung dieser im Rahmen einer Psychotherapie und/oder Psychopharmakotherapie, nicht im Rahmen einer psychologischen Beratung. Sollte ich Anhaltspunkte dafür erkennen, dass Sie von einer genaueren diagnostischen Abklärung und ggf. Therapie in dieser Richtung profitieren könnten, werde ich Sie darauf aufmerksam machen und, wenn gewünscht, Sie dahingehend beraten, wie Sie dahingehend vorgehen können. Dies schließt die weitere Zusammenarbeit nicht aus, sollte aber getrennt behandelt werden, sofern Sie sich dies wünschen.